Allez les bleus – lauft, ihr Blauen. Selbst wenn man die Franzosen im Fußball manchmal anfeuern muss, bei Jugendtagen machen sie ganz selbstverständlich Tempo. Schon bei der Ankunft am Mittwoch und Donnerstag waren die französischen Gruppen von Weitem zu hören. Im Himmelfahrts-Gottesdienst konnte man sie dann auch aus den Gottesdienstbesuchern herausstechen sehen: rote Baskenmützen, Blumenketten in Blau-Weiß-Rot und die Tricolore auf Wangen geschminkt oder als Schultertuch getragen.
An drei Orten auf dem Messegelände wurde der Himmelfahrtstag mit Gottesdiensten gefeiert. Halle 8, in der sich die deutschprachigen Jugendlichen trafen, war innerhalb weniger Minuten so voll, dass die IJT-Leitung kurzfristig eine Übertragung auf die Open-Air-Bühne organisierte. Manch deutscher Jugendlicher wich anderweitig aus und besuchte eine der beiden Hallen, in denen unter anderem auf Spanisch, Französisch und Englisch gedient wurde. Lingala ist eine besondere Sprache Die Organisatoren des IJT hatten die Gottesdienste in Gruppen zusammengefasst: Die Predigt von Apostel Jeannot Leibfried aus Frankreich wurde durch Amtsträger aus Spanien und Portugal ergänzt, im deutschsprachigen Gottesdienst von Apostel Helge Mutschler wurde auch Russisch gedient, im englischsprachigen auf Niederländisch und Lingala. Diese Sprache wird vor allem im afrikanischen Kongo gesprochen. Und sie ist, so Apostel David Heyes, wohl eine der am meisten gesprochenen Sprachen in der Neuapostolischen Kirche (NAK): Mit rund 2,5 Millionen neuapostolischen Christen kommt fast jedes vierte Mitglied der NAK aus diesem Land.
Apostel Helge Mutschler predigte vom Zusammenhang der Himmelfahrt Christi mit seiner Wiederkunft. Das Bibelwort ist nach dem Bericht des Johannes-Evangeliums ein Zitat des auferstandenen Gottessohnes selbst: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)
Das Motto des IJT 2019 „Hier bin ich“ als Bekenntnis unserer Hingabe zu Gott gründe ja genau auf der Tatsache, dass Jesus Christus zuvor gesagt habe. „Hier bin ich!“, begann Apostel Mutschler seine Predigt und ergänzte: „Christus ist gegenwärtig und zieht uns zu sich und sorgt so für Gemeinschaft unter Christen und Begegnungen in den Gottesdiensten.“ Das begründe auch die Zukunftshoffnung der Christen, die auf die Erfüllung der Verheißung der Wiederkunft Christi warten.
Die Anziehungskraft Jesu Christi
In der Predigt ging der Apostel der Frage nach, mit welcher Kraft Christus die Menschen zu sich ziehen wolle. Jesus werbe nicht mit Versprechungen von Geld, Einfluss und Erfolg, auch nicht mit Gewalt – nein, einzig mit Liebe.
Die Liebe Christi – eine große Kraft
Wer sich von dieser Liebe anziehen lasse, könne selbst zu einem Anziehungspunkt in seiner Umgebung werden, ermunterte der Apostel zu aktivem Christsein. Solange sich Menschen im Kraftfeld göttlicher Liebe bewegten, seien sie auch selbst fähig, dem Nächsten in Liebe zu begegnen – so wie ein Stück Eisen im Kraftfeld eines Magneten selbst zu einem Magneten werde. „Die Liebe Christi kann dafür sorgen, dass sich seine Gemeinde auf ihn ausrichtet, sich zu ihm hinwendet und dann selbst zu ihm, dem Haupt, hingezogen wird“, so Apostel Mutschler.
Apostel Wolfgang Schug äußerte danach einige Gedanken zum Thema des Gottesdienstes in leichter Sprache. In kurzen, einfachen Sätzen und in bewusst langsamem Sprechtempo beschrieb er die Stimmungslage der Jünger nach Jesu Himmelfahrt: „Sie waren traurig. Schon einmal hatten sie Abschied nehmen müssen. An Karfreitag, als Christus gekreuzigt wurde. Und jetzt schon wieder!“ Doch sei auch Freude entstanden. Sie hätten erleben können, dass Jesus sie gesegnet habe.
Ein Amtsträger in Anzug und Sneakers
Man kann in solchen Gottesdiensten einfach nur das Wort Gottes aufnehmen, doch viele Besucher tun mehr als das. Während sich die Reihen füllen, kommen Gespräche zwischen Fremden auf. Einige Niederländer haben, kaum in Düsseldorf angekommen, ein neues Getränk kennengelernt: Apfelschorle, eine komische Sache, finden sie. In ihrer Heimat gebe es Apfelsaft nur ohne Kohlensäure. In einer anderen Halle versuchen Deutsche mit halb verschütteten Französischkenntnissen, sich nicht in den Liedtexten zu verheddern, während sich die Besucher des englischsprachigen Gottesdienstes über das Outfit des Priesters aus dem Kongo freuen: Zum schwarzen Anzug trägt er weiße Sneakers. Ein junger Diakon ist begeistert: „Ich werde versuchen, das ab sofort auch bei uns in der Gemeinde salonfähig zu machen.“
Bei solchen Gelegenheiten gibt es plötzlich Gesprächsstoff zwischen Sitznachbarn, die sich noch Minuten vorher nicht kannten. Auch das macht den Internationalen Jugendtag aus. Doch vor allem geht es um das Wort Gottes. An alle Jugendliche ergeht der Aufruf des niederländischen Priesters, Essen, Trinken und unser ganzes Leben täglich zu genießen, weil es uns von Gott geschenkt wurde und weil wir nicht wissen, wie lange wir diese Möglichkeit noch haben. Der Priester aus Spanien rät den Jugendlichen, täglich gegen die Sünden anzukämpfen und Gott so zu lieben, wie es Jesus getan hatte.
31. Mai 2019
Text:
Günter Lohsträter,
Nicole Prestle
Fotos:
Andi Alger,
Marcel Felde,
Bernhard Holdener,
Jessica Krämer,
Mirco Ulfers
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