Was ist der Wille Gottes? Welchen Weg soll ich gehen? – Der Garten der Gebote führt den Besuchern Gottes Maßstäbe vor Augen. Jugendliche aus neun Bezirken in Hessen und Rheinland-Pfalz haben gehämmert, gesägt, gemalt, gefilmt und geschrieben, um am IJT in Halle 6 auf einer Fläche von 600 Quadratmetern eine besondere Begegnung mit den Geboten Gottes zu ermöglichen.
Gleich im ersten Raum steht ein aufwändig gestaltetes Goldenes Kalb, verziert mit Bildern von Snickers, Geld, Autos und Luxusgegenständen. Es gibt heute viele Möglichkeiten, gegen das erste Gebot „Ich bin der Herr dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ zu verstoßen. Auch wenn vieles professionell wirkt, alles haben die Jugendlichen aus eigenen Mitteln gestaltet. „Der Gebotsgarten wurde komplett aus den Jugendkassen finanziert“, betont Hannes Herber, Bezirksjugendbetreuer in Wiesbaden, der das Projekt begleitete. Seit Dienstagmittag war er am Aufbau des Gebotsgartens beteiligt. „Von Nordhessen bis zur Südpfalz haben Jugendliche 14 Monate lang einzelne Module für die Ausstellung erstellt. Es ist bewegend, ihn endlich als Ganzes zu sehen!“
Über die eigene Verantwortung nachdenken
Das Ergebnis überzeugt, jeder findet hier ein Thema, das ihn besonders anspricht. „Ich tätige sehr viele Online-Einkäufe am Sonntag. Bei der Station mit dem vierten Gebot ‚Du sollst den Feiertag heiligen‘ habe ich mal wieder darüber nachgedacht, ob das wirklich nötig ist“, sagt Christina aus der Schweiz.
Düster und zugleich eindrücklich ist die Station zum fünften Gebot „Du sollst nicht töten“. Bilder von Verbrechen und Opfern von Gewalt gehen unter die Haut. Große Fotos und Schautafeln von durch Plastik geschädigten Tieren und zerstörtem Regenwald zeigen auf, wie weitreichend das Gebot gilt. „Eigentlich geht es bei den Geboten doch immer darum, etwas zu tun, was Frieden bringt – sei es mit einem selbst, mit Eltern, dem Nächsten oder mit Gott. Bei meinem Weg durch den Gebotsgartens habe ich die Kraft der Gebote richtig gespürt – ganz anders, als wenn man sie nur liest“, meint Alain aus der Schweiz.
Angetan sind auch Jana (14), Emilia (13) und Cosima (14) aus Westdeutschland. Sie sitzen an Schreibmaschinen in einem der letzten Räume. Hier geht es um das „elfte Gebot“ Jesu. Die Nächstenliebe kann hier ganz praktisch geübt werden, indem man Briefe tippt, in Umschläge packt und hinlegt, um spätere Besucher zu erfreuen. Dafür darf man sich dann selbst einen anderen Brief nehmen. „Gott liebt dich, so wie du bist“, las Jana in ihrem Brief und fühlte sich beschenkt.
An vielen Stellen wird man zum Mitmachen aufgerufen, sei es Gedanken aufschreiben, Fotos machen, QR-Codes scannen oder eine Fußwaschung nach dem Vorbild Jesu.
Ein Tipp für den Rundgang: „Gut ist, wenn man mit etwas Zeit und Ruhe durch den Gebotsgarten pilgert“, so Hannes Herber. „Er ist keine Ausstellung, in der man sich einfach ein paar Bilder anschaut. Hier kann man sich in den Geboten Gottes spiegeln und seinen Stand hinterfragen.“ Sitzbänke in den Räumen helfen, sich auf die Themen einzulassen und zu besinnen.
1. Juni 2019
Text:
Anja Nettke-Nicolaus
Fotos:
Andreas Otto
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