Wenn ein Jugendlicher ein Amt annimmt, verändert das sein Leben. Wie Jugendliche mit den Freuden und Herausforderungen des Amtsträger-Daseins umgehen können, wollte eine Gesprächsrunde am IJT klären.
Im Empowerment Center in Halle 7.1 ging es um die Frage, wie Jugendliche langfristig für Christus begeistert und zur Mitwirkung in der Kirche motiviert werden können. Dazu fanden Workshops statt, die in eine Podiumsdiskussion mündeten, an der auch einige Apostel und Bezirksapostel teilnahmen. Ein Workshop-Thema war „Jugendliche im Amt“. Die Teilnehmer diskutierten zunächst paarweise zwei Fragen: „Welche positiven Erlebnisse hatte ich?“ und „Wo war es auch mal kritisch, wo knirscht es?“ Heraus kam eine bunte Mischung an Antworten: „Die betende Gemeinde erleben“ stand auf einem Flipchart, auf einem weiteren: „Anderer Bezug zu den Geschwistern durch Seelsorge“. Die Gottesdienste werden intensiver erlebt, wenn die Möglichkeit besteht, dass man mitdienen muss, hieß es.
Schwierige Situationen meistern
Das Zeitmanagement, die Balance zwischen Alltag und Kirche, ist eine der größten Herausforderungen für jugendliche Amtsträger, da waren sich die Teilnehmer einig. Natürlich wollen Jugendliche auch mal abends feiern gehen, und viele haben einen recht vollen Terminkalender. Trotzdem sonntagmorgens fit zu sein und auch innerhalb der Woche Zeit für die Kirche freizuschaufeln, ist nicht immer leicht.
Doch auch weitaus tiefergehende Sorgen beschäftigen die jungen Amtsträger. „Da sitzen Geschwister, die Vorbilder im Glauben für mich sind und schon meine Sonntagsschullehrer waren. Wie soll ich denen mit meinen 21 Jahren am Altar predigen?“, fragt Max aus München in die Runde. Viele Senioren freuen sich sehr über jeden neuen Amtsträger, hieß es. Doch gerade als junger Amtsträger habe man großen Respekt vor diesen Geschwistern – und Sorge, seinem Amt im Umgang mit ihnen gerecht zu werden.
Wie geht es weiter?
Am Ende der Gesprächsrunde standen vier Wünsche am Flipchart:
- Bessere Kommunikation. Neben einer allgemeinen Beschreibung, was sie Aufgaben eines Amtsträgers sind, müsse jeder, der ein Amt bekleiden solle, darüber informiert werden, welches konkret seine Aufgabe in der eigenen Gemeinde sein werden. Denn ein Diakon in einer 300köpfigen Gemeinde werde anders eingesetzt als einer, der in einer 80-köpfigen Gemeinde dient.
- Bessere Einführung. Gewünscht wurde ein Amtspraktikum, ein Patensystem oder ähnliches, mittels dessen der Amtsträger in spe an seine zukünftige Aufgabe herangeführt werde.
- Unterstützung beim Thema Zeitbalance, klare Kommunikation der Kapazitäten und Aufzeigen von Entlastungsmöglichkeiten.
- Frauenordination. Sie sei der logische nächste Schritt, befand die Runde, solle jedoch aus den richtigen Gründen erfolgen. Es dürfe nicht so kommen, dass Frauen nur ins Amt gesetzt würden, weil zu wenige Männer zur Verfügung stehen oder um eine Frauenquote zu erfüllen. Wenn theologisch und liturgisch nichts gegen das Amt für Frauen spreche, dann sollten Frauen ordiniert werden, sofern sie erbeten und von Gott gerufen seien – so wie es derzeit bei den Männern gehandhabt werde.
Elena, die einzige Frau in der Runde, brachte als Botschafterin diese Wünsche am Nachmittag in die Abschlussrunde des Empowerment Centers ein.
8. Juni 2019
Text:
Marco Feldmann
Fotos:
Martin Stoll
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