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IJT-Countdown 6:
Wie international wird der IJT?

 

International soll der Jugendtag 2019 werden. Durch Ausstellungen und Beiträge der Gebietskirchen aus aller Welt, aber auch durch jugendliche Besucher aus möglichst vielen unterschiedlichen Ländern. Welche Herausforderungen gemeistert werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen, und welche Projekte bereits geplant werden, hat die spirit-Redaktion erfragt.

„Auf geht‘s, lasst uns alle nach Düsseldorf kommen. Ihr werdet tolle Erfahrungen machen, ein Event wie den Internationalen Jugendtag 2019 hat es noch nie gegeben und er wird unvergesslich werden!“ Mit diesen Worten ruft Bezirksapostelhelfer Edy Isnugrohu (Indonesien) Jugendliche in Südostasien auf, zum Internationalen Jugendtag 2019 (IJT) nach Düsseldorf zu kommen. Wie er richteten zahlreiche Bezirksapostel und Bezirksapostelhelfer eine Videobotschaft an die Jugendlichen in ihrer Gebietskirche, um Vorfreude auf den Jugendtag zu wecken (anzuschauen unter www.ijt2019.org).

Möglichkeiten und Grenzen

Dabeisein möchten die meisten neuapostolischen Jugendlichen. Doch für mehrere Tage nach Deutschland zu reisen, wird für viele ein unerfüllbarer Traum bleiben. Geld ist eins der Probleme – die Anreise aus Afrika, Asien oder Australien kann schnell einen vierstelligen Betrag kosten. Dass die Finanzierung jedoch bei weitem nicht das einzige Hindernis darstellt, wurde spätestens im letzten Jahr klar, als Bezirksapostel Rainer Storck einige Jugendliche aus dem von ihm betreuten Angola zum iberischen Jugendtag ins spanische Alicante einlud. Im Interview schildert er, mit welchen Schwierigkeiten sie damals zu kämpfen hatten:

Wie viele neuapostolische Jugendliche gibt es in Angola?

Der Altersdurchschnitt in unseren Gemeinden in Afrika ist – insbesonderem auch aufgrund der demographischen Situation dort – deutlich niedriger als bei uns. In allen besuchten Provinzen traf ich auf meinen Reisen eine große Anzahl aktiver Jugendlicher an. Bezirksapostelhelfer João Uanuque Misselo berichtet, dass es in Angola gerade die Jugendlichen sind, die sich intensiv in unserer Kirche einbringen: Sie dienen als Amtsträger, wirken mit im Chor, bringen Opfer, führen Familienbesuche durch, unterstützen in der Seniorenarbeit und gestalten die Unterrichte. Ich schätze, dass etwa 60 Prozent der aktiven Mitglieder zum jugendlichen Alter zählen. Das sind mehr als 150 000.

Wie viele davon waren zum Jugendtag nach Spanien eingeladen?

Wir haben 2017 elf Jugendliche zum iberischen Jugendtag eingeladen – auch im Hinblick auf den Internationalen Jugendtag 2019.

Nach welchen Kriterien wurden sie ausgewählt?

Für uns gab es viele Kriterien: Zum einen muss die Kirche sicherstellen, dass die Besucher im Anschluss wieder in ihre Heimat zurückkehren. Zum anderen wollten wir junge Menschen auswählen, die in ihren Gemeinden engagiert sind sowie eine homogene Gruppe bilden können. Deshalb haben wir viele Gespräche mit den Jugendbeauftragten geführt. Am Ende hatten einige der Ausgewählten keinen gültigen Pass, also mussten wir Ersatz suchen. Schließlich hatten wir aber eine schöne Gruppe zusammen, die Angola in Spanien freudig und begeistert vertreten hat.

Gab es Schwierigkeiten bei der Einreise?

Zunächst mussten wir die Visa beantragen. Die wollte die portugiesische Botschaft nicht ausstellen, da Portugal durch die Landung in Lissabon nur Transitland der Reise war – obwohl die Bedingungen des Schengen-Abkommens etwas anderes sagen. Dann wollten die spanischen Behörden von jedem Teilnehmer ein polizeiliches Führungszeugnis aus Spanien haben. Das hätte etliche Wochen gedauert. Es ist dem Wohlwollen eines Beamten der spanischen Botschaft zu verdanken, dass die Visa am Ende von Spanien erteilt wurden. In Luanda gab es Probleme bei der Zollabfertigung: Die Beamten wollten die Jugendlichen nicht ausreisen lassen. Erst ein höherer Beamter sprach dann ein Machtwort. Auch in Lissabon machte der Zoll Probleme; die Beamten vermuteten, dass die jungen Menschen illegal unterwegs waren. Erst nach langen Verhandlungen durften unsere Jugendlichen den Flughafen verlassen. Am Ende trafen sie mit vielen Stunden Verzögerung in Spanien ein. Da war der Jugendtag schon halb vorbei. Aber sie waren überglücklich, dass sie den Gottesdienst mit unserem Stammapostel miterleben konnten.

Sind diese Erfahrungen auf andere Länder übertragbar?

Ja, auf jeden Fall. Ich befürchte sogar, dass die Erteilung von Visa bei anderen Ländern noch kritischer gesehen wird als bei Angola – gerade wenn es um junge Menschen geht. Die europäischen Behörden erleben immer wieder, dass zum Beispiel Sportler nach der Einreise verschwinden und nicht mehr in die Heimat
zurückkehren. Das wollen die Botschaften verhindern, weshalb sie Visa-Anträge sehr kritisch prüfen. Da hilft es auch nicht, dass wir als Kirche die Anträge stellen.

Wie kann man afrikanischen Jugendlichen die Einreise erleichtern?

Wichtig für afrikanische Länder wird sein, dass man Direktflüge nach Deutschland organisiert und keine Drittländer in Europa beteiligt sind. Dann werden die Visa-Verhandlungen einfacher. Wenn Transitstationen notwendig sind, sollten diese in Afrika gewählt werden.

Was ist geplant, um Jugendlichen aus anderen Kontinenten die Teilnahme am Jugendtag zu ermöglichen?

Über eine finanzielle Unterstützung der Anreise und die Auswahl der Jugendlichen entscheidet jeweils der zuständige Bezirksapostel. Für Deutschland haben die vier Bezirksapostel aber schon beschlossen, dass wir die Anreise von Jugendlichen unterstützen wollen, dies allerdings im kleinen Rahmen. In Westdeutschland überlegen wir noch, wie wir die Jugendlichen auswählen. Das werden aber jeweils nur kleine Delegationen aus den Ländern sein können, weil die Formalitäten komplex und die Kosten hoch sind. Gleichzeitig wollen wir die Vielfalt der internationalen Kirche zeigen. Deshalb sollen die Jugendlichen aus anderen Ländern dann auch jeweils einen Stand oder eine Ausstellung gestalten.

Was machen die Franzosen?

Wer beim Europa-Jugendtag 2009 dabei war, erinnert sich bestimmt an „die Franzosen“ – eine kleine Truppe, die ganz groß Stimmung gemacht hat, mit eigener Erkennungsmelodie. Wie schon vor zehn Jahren sind auch diesmal französische Jugendliche mit vollem Engagement und Begeisterung dabei, für den IJT zu werben. Unter dem Motto: „We have the fire“ besuchen einige Jugendliche aus dem Bezirk Lyon-Mulhouse in jedem Monat eine Gemeinde in ihrem Bezirk, um den dortigen Jugendlichen und den Geschwistern den Internationalen Jugendtag 2019 nahezubringen. F.I.R.E. steht für fidèle, investi, reconaissant, engagé (treu, begeistert, dankbar, engagiert). Am Samstagmorgen, 24. Februar, reisten die Jugendlichen nach Grenoble. Dort trafen sie sich am Nachmittag mit den Gemeindemitgliedern und verbrachten nach einer gemeinsamen Chorprobe einen geselligen Abend miteinander. Nach dem Übertragungs- Gottesdienst am nächsten Morgen, in dem Stammapostel Jean-Luc Schneider den für Frankreich zuständigen Bezirksapostel Bernd Koberstein in den Ruhestand versetzte und Bezirksapostel Rainer Storck mit der Leitung der Gebietskirche beauftragte, gab es Lasagne und Salat für alle, bevor die Jugendlichen nach Hause fuhren.

Drei Wochen später, am 18. März 2018, ging die Reise nach Colmar. Die Jugendlichen richteten den Tag für die dortigen Geschwister aus: Sie kochten für sie, organisierten Spiele und hießen die Konfirmanden aus Colmar in ihrem Kreis willkommen. Die Begeisterung, mit der sie den IJT erwarten, möchten die französischen Jugendlichen in Düsseldorf gern an alle Teilnehmer weitergeben. Dafür haben sie schon einige Ideen gesammelt, unter anderem haben sie sich zum Motto Hier bin ich eine Choreographie für eine Art Haka (traditioneller Tanz der Maori) ausgedacht, den sie in Düsseldorf mit allen Jugendlichen zusammen performen wollen.

Mit Anklungs und Trommeln

Auch in Südostasien laufen die IJT-Vorbereitungen auf Hochtouren. Schon am EJT 2009 und am IKT 2014 waren neuapostolische Christen aus Indonesien, den Philippinen und Korea dabei und haben unvergessliche Eindrücke mit zurück in ihre Heimat genommen. Dass möglichst viele asiatische Jugendliche 2019 ebenfalls diese großartige Erfahrung machen können, wünscht sich Bezirksapostel Urs Hebeisen. Wie die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen, die diese Reise mit sich bringt, bewältigt werden sollen, weiß er noch nicht so genau: „Eigentlich müssten wir sagen, es ist unmöglich, dass wir teilnehmen, wir können uns das nicht leisten. Aber dann wäre das Thema begraben und der IJT ginge an uns vorbei. Das darf nicht sein!“ Obwohl er selbst 2019 bereits im Ruhestand sein wird, fühlt der Bezirksapostel sich mit den Jugendlichen verbunden: „Es ist toll, dass sie so aktiv und weltweit vernetzt sind!“

Bezirksapostel Hebeisen hält diese Vernetzung für unverzichtbar, schließlich sei die Kirche global tätig – für ihn ein positiver Aspekt der aus politischer oder wirtschaftlicher Sicht oft kritisch betrachteten Globalisierung. „In dem neuapostolischen Networking sehe ich den Sinn und Zweck des Internationalen Jugendtags. Jesus hat das auch gemacht, als er Kapernaum als Lebensmittelpunkt wählte, durch das eine viel frequentierte Reiseroute lief. Schließlich fand er dort mehrere seiner späteren Jünger.“ Damit auch asiatische Jugendliche in das Motto Hier bin ich einstimmen können, müssen sie allerdings erst einmal nach Düsseldorf kommen. Das ist laut dem Bezirksapostel für viele die größte Schwierigkeit: „Ich höre ab und zu: ,Es kommen so viele asiatische Touristen nach Europa, da wird es doch kein Problem sein, die neuapostolischen Jugendlichen nach Düsseldorf zu bringen.‘ – Für Korea und China mag das zutreffen, aber die Mehrheit der Gemeinden in Südostasien liegt in ärmeren Ländern wie Indonesien oder Philippinen. Dort sind die meisten Kirchenmitglieder weit davon entfernt, sich eine so teure Reise leisten zu können. Wir als Kirche können auch keine finanzielle Hilfe leisten, wir hoffen auf Sponsoren.“ Da Bezirksapostel Hebeisen Optimist ist, laufen unabhängig von diesen Herausforderungen bereits die Planungen für einen Stand der Gebietskirche Südostasien auf dem Messegelände: „Die Organisatoren stellen uns eine 650 Quadratmeter große Ausstellungsfläche zur Verfügung, die wir uns mit Australien teilen werden.

Was wir dort präsentieren werden, steht noch nicht im Einzelnen fest, aber auf jeden Fall werden die Indonesier mit einer ganzen Batterie Anklungs kommen, damit hatten sie ja schon am IKT in München großen Erfolg. Die koreanischen Jugendlichen wollen 30 Trommler zum Jugendtag schicken, und auf den Philippinen denken sie über eine landestypische Fiesta nach.“ Auf weitere Überraschungen vom anderen Ende der Welt darf man gespannt sein, da ist sich Bezirksapostel Hebeisen sicher: „Wir hoffen, dass wir auch ein paar Jugendliche aus Vietnam, Malaysia, Thailand und Myanmar nach Düsseldorf schicken können. Die Neuapostolische Kirche Südostasien wird man sehen und hören – Here we are!“

Text entnommen aus: "Spirit - das junge Magazin für neuapostolische Christen", Ausgabe Nr. 03|18, S. 28 - 31 © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg (Autorin: Annette Conrad)

Seit März 2017 veröffentlicht die Zeitschrift "Spirit" Neuigkeiten rund um den Internationalen Jugendtag unter der sogenannten Rubrik "IJT-Countdown". Dies ist der siebte Artikel von insgesamt 12 geplanten Veröffentlichungen.

20. Dezember 2018
Text: Annette Conrad
Fotos: spirit

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PDF-Version

Jugendliche mit Landesflaggen von den Azoren (l.) und Angola (r.)
Selfie: Angolanische Jugendliche sind in Spanien angekommen
Erinnerungsfoto: zwei angolanische Jugendliche mit dem Stammapostel
Für die angolanischen Jugendlichen wird aus dem Spanischen ins Portugiesische übersetzt
Blickfang: angolanische Jugendliche in afrikanischen Gewändern
Französische Jugendliche promoten den IJT
Sie tragen das Feuer in die Gemeinden: Jugendliche aus dem Bezirk Lyon-Mulhouse
Die französische IJT-Botschafterin Elise bringt ihren Kollegen den Haka bei
Chinesisches Werbeplakat für den IJT 2019
Foto: donatas1205/Fotolia.com
 

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