Sie räumen leere Wasserflaschen weg, weisen den richtigen Weg oder begrüßen hungrige Jugendliche mit einem fröhlichen „Guten Morgen!“ Ohne Jugendliche gäbe es den Internationalen Jugendtag 2019 nicht, aber auch nicht ohne Helfer.
Rund um die Uhr waren sie im Einsatz, und ihnen gebührt ein großes Dankeschön. Obwohl einige bis an ihre Grenzen gingen, manchmal nicht zum Essen kamen und auch mal Unverständnis ernteten, wenn sie Jugendliche mit grünem Armbändchen nicht auf die pink markierte Route ließen, waren die allermeisten sehr gern Teil des IJT. Rund 2.500 Helfer waren zwischen Mittwoch und Sonntag ehrenamtlich im Einsatz, hinzu kamen noch 500 Mitarbeiter unter anderem in der Technik, der Berichterstattung und als Dolmetscher. Ob bei der Essensausgabe, als Scout oder an einem Stand: Helfer gab es überall. Am Sonntagmittag fand für sie eine kleine „Helferfeier“ statt, Stammapostel Jean-Luc Schneider dankte ihnen mit einem herzlichen „Merci“. Bezirksapostel Rainer Storck wünschte allen Helfern und ihren Familien Gottes reichen Segen für ihren Einsatz, der nicht in Zeit und Stunden messbar sei.
In der Registrierung
Nadine und Jürgen aus dem Raum Göttingen waren zusammen mit Inga vor allem im Bereich der Registrierung eingesetzt. „Wir sind total begeistert von der Atmosphäre und der Stimmung,“ sagt Jürgen. „Die Einarbeitung hätte vielleicht etwas ausführlicher sein können, aber wir haben es geschafft.“ Das findet auch Inga; lediglich ein paar (meist Ältere) hätten sich beschwert, dass sie nicht mehr in Veranstaltungen hineinkamen. Nadine fand vor allem die Vielzahl der teilnehmenden Nationen toll. Sie nehmen eine große Freude mit von den Tagen in Düsseldorf, sagt Jürgen: „Wenn wir ein bisschen helfen konnten, wenn wir jemanden glücklich gemacht haben, dann freuen wir uns.“
An der Kamera
Ohne sie hätten viele Teilnehmer nichts gesehen und die Zuhause Gebliebenen kaum etwas vom Jugendtag mitbekommen: die Techniker und Kameraleute. Einer von ihnen ist Christopher aus der Gemeinde Wiehl. Der Medienfachangestellte war von Donnerstag bis Sonntag im Einsatz. „Am Dienstag waren wir ab 8.30 Uhr auf dem Gelände und haben aufgebaut. Bis am Sonntag alles wieder abgebaut ist, wird es wohl 18 Uhr sein, wenn wir Glück haben, geht es etwas schneller.“ Mit Aufbau und Filmen endet die Arbeit der Kameraleute noch lange nicht, danach sitzt das Filmteam noch viele Stunden an den Rechnern, bis aus unzähligen Stunden Filmmaterial die kurzen, aber eindrücklichen Filme werden, die die Jugendlichen in der Arena sahen oder jetzt, nach dem IJT, in den sozialen Medien liken und teilen.
Als Sanitäter
100 Sanitäter und 13 Ärzte sorgten beim IJT rund um die Uhr dafür, dass im Notfall erste Hilfe geleistet werden konnte. Carsten aus Schwabach war einer der Sanitäter, seine Frau Annegret war als Notärztin dabei. „Am Anfang war es ruhig, danach zeitweise heftig“, fasst Carsten die Einsatzzeit zusammen. „Wir hatten gleich am Anfang Nachtdienst, das schweißt zusammen. Es war ein super Team.“ Wie schon beim EJT hatten die die Sanitäter und Ärzte in Zweierteams je sechs Stunden Dienst, zwölf Stunden Pause und wieder sechs Stunden Dienst. „So ist sichergestellt, dass jeder auch mal eine Ruhepause hat“, sagt Carsten. Vor allem ab Samstag waren die Sanitäter verstärkt im Einsatz. „Es gab einige Jugendliche mit Magenproblemen und viele mit Sonnenbrand,“ so Carsten. „Eine Schwester hatte einen anaphylaktischen Schock, da war es gut, dass meine Frau 20 Jahre Erfahrung als Notärztin hat. Schwierig war die Info auf der IJT-App, dass wir Sonnencreme dabei hätten – das war so nicht richtig, einer hatte zufällig kleine Probetübchen dabei. Wir konnten aber mit unserem privaten Vorrat helfen.“ Fazit von Carsten und Annegret: eine tolle Gemeinschaft, eine tolle Jugend. Carsten: „Wir sind nächstes Mal gerne wieder dabei!“
Hinter dem Mikrofon
Für die meisten unsichtbar, aber für ein paar hundert Jugendliche hörbar hat Wladimir beim IJT mitgewirkt. Rund 20 Übersetzer sorgten bei den Gottesdiensten und einigen anderen Veranstaltungen dafür, dass die nicht Deutsch sprechenden Jugendlichen das Gesagte in ihrer Sprache hören konnten. Wladimir, Evangelist aus Berlin, arbeitet seit 1992 bei Kirchenveranstaltungen als Dolmetscher für Russisch mit, so auch beim IJT. Gemeinsam mit Jugendlichen aus Berlin-Brandenburg reiste er im Sonderzug am Donnerstag nach Düsseldorf. Ein Shuttlebus brachte ihn und seine Kollegen jeden Morgen um acht Uhr zur Messe, abends um 22 Uhr ging es wieder zurück ins Hotel. Sein Arbeitsplatz war eine kleine Kabine auf der Galerie von Halle 6. Außen steht ein Bildschirm, drinnen sind jeweils zwei Arbeitsplätze. Kopfhörer mit Mikrofon, ein Schaltpult, zwei Bibeln – eine auf Deutsch und eine in der jeweiligen Muttersprache – liegen bereit, dazu diverse Zettel, Bonbons und – ganz wichtig – eine Flasche Wasser. Ohne Kohlensäure. Es soll ja möglichst nicht zu Störungen während der Arbeit kommen. „Wer simultan übersetzt, muss schnell im Kopf sein“, sagt Wladimir. „Man hat keine Zeit, etwas nachzuschlagen.“ Bei allen Veranstaltungen, die übersetzt werden, sitzen jeweils zwei Dolmetscher gemeinsam in der Kabine. Einer spricht, der andere passt in der Zeit auf, dass zum Beispiel die Aufnahmetaste auch wirklich gedrückt ist. Aus dem Arbeitsbereich von Bezirksapostel Wolfgang Nadolny (Berlin-Brandenburg) kamen 220 Geschwister aus Russland, 110 aus Kasachstan, sechs aus Tadschikistan, 13 aus Usbekistan und sechs aus der Mongolei zum IJT, in all diesen Ländern versteht man Russisch. Hinzu kamen einige russischsprachige Geschwister, die nicht nach Düsseldorf reisen konnten und via Übertragung zugeschaltet waren. Den Gottesdienst in der Arena erleben die Dolmetscher ebenfalls in Halle 6, das Abendmahl bekommen sie direkt in der Kabine. „Wir wurden noch nie vergessen“, sagt Wladimir. Normalerweise wechseln sich die Übersetzer alle 20 Minuten ab. „Bei einem Gottesdienst begleitet nach Möglichkeit ein Übersetzer einen Amtsträger die ganze Zeit, damit es bei den Zuhörenden nicht zu Verwirrung kommt. Wenn man einen Gottesdienst übersetzt, ist es wichtig, sich vorher mit dem Altar zu verbinden und auf eine Wellenlänge zu kommen,“ sagt Wladimir. „Wir sind nur ein Werkzeug. Wenn man uns nach dem Gottesdienst fragt, worum es ging, wissen wir es meist nicht. Und trotzdem verspürt man schon beim Dolmetschen einen Segen.“
Nach dem IJT geht es für Wladimir zusammen mit den anderen Berlinern im Sonderzug zurück. Für ihn und alle anderen Helfer beginnt dann wieder der Alltag. Und doch freuen sich alle auf den nächsten Einsatz.
3. Juni 2019
Text:
Nils Kickert
Fotos:
Thomas Brunschede,
Tobias Teuber,
Mirco Ulfers
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