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Oliver Preß

Mach mehr aus einem Gottesdienst –
die Mnemotechnik

 

Gottesdienst ist nicht gleich Gottesdienst. An manche Impulse kann ich mich noch Jahre später erinnern. Und dann gibt es die, wo es schon auf dem Weg nach Hause schwerfällt, mir die wesentlichen Punkte ins Gedächtnis zu rufen. Um was ging es noch mal?

„Wir brauchen einen Anreiz, um uns Dinge zu merken und wieder ins Gedächtnis zu rufen“, erklärte Axel Föllinger, Priester aus Süddeutschland, am Samstagmittag in seinem Workshop zu Mnemotechnik. „Ich fahre seit Jahren immer den gleichen Weg zur Arbeit. Jeden Tag sehe ich dieselben Verkehrsschilder, aber ich habe sie trotzdem nicht im Kopf.“ Das liegt daran, dass wir uns vor allem außergewöhnliche Dinge gut einprägen können – besonders emotionale, lustige oder schmerzhafte Informationen. Schwieriger ist es mit alltäglichen Dingen wie den Verkehrsschildern auf dem Weg zur Arbeit.

Welchen Anreiz habe ich, mehr aus einem Gottesdienst zu machen? „Christ sein beginnt im Alltag, wenn der Gottesdienst zu Ende ist“, erinnerte Föllinger zu Beginn des Workshops, bevor er in die Praxis einsteigt. Unsere Aufgabe im Gottesdienst sei es, Kerngedanken zu erkennen und zu verknüpfen, damit wir sie in unseren Alltag mitnehmen können. Ein Hilfsmittel ist die Mnemotechnik. Seit 2013 beschäftigt sich Axel Föllinger intensiv mit der Gedächtniskunst, die bereits in der Antike angewendet wurde. Der Trick: Informationen werden gedanklich in Eselsbrücken umgewandelt und in eine Reihenfolge gebracht.

Schritt 1: Ankerpunkte schaffen

Um die Mnemotechnik anzuwenden, braucht es eine natürliche Reihenfolge, die man sich leicht merken kann. Axel Föllinger machte vor, wie das geht. Er schaffte sich 10 Ankerpunkte, die er mit Impulsen verknüpfen kann. Seine Eselsbrücke: ein Rundgang durch seine Kirchengemeinde. (1) Schaukasten am Eingang, (2) Diakon an der Tür, (3) Garderobe, (4) Opferkasten, (5) Orgel, (6) Gesangbuch, (7) Altar, (8) Bibel, (9) Patene, (10) Emblem.

Schritt 2: Bild-Datenbank im Gehirn anlegen

Wie merkt man sich einen Impuls aus einer Predigt oder einem Vortrag? Indem man eine Information mit einem Bild verbindet. Dabei reicht es aus, sich ein Schlüsselwort zu merken, um sich an den Gesamtzusammenhang zu erinnern. Beispiel: Ein Impuls handelt von christlichen Werten. Welches Bild taucht dann bei dir im Kopf auf? Was assoziierst du mit dieser Information? Bei Werten könnte es beispielsweise das Bild von einer Schatzkiste sein. Dabei gibt es kein richtig oder falsch; jeder baut sich seine eigene, persönliche Bild-Datenbank im Kopf auf.

Schritt 3: Bilder und Ankerpunkte verknüpfen

Im dritten Schritt heftet man das Bild an den ersten Ankerpunkt. Beispiel: Im Schaukasten vor der Kirche steht eine Schatzkiste. Dieses Prinzip führt man mit den weiteren Impulsen einer Predigt oder eines Vortrags fort. Die einzelnen Bilder (Schritt 2) werden in der vorher definierten Reihenfolge abgelegt (Schritt 1). So entsteht eine Geschichte mit vielen einzelnen Eselsbrücken, die sich im Nachhinein leichter ins Gedächtnis rufen lässt.

Schritt 4: Ausprobieren und nicht aufgeben

Mnemotechnik braucht Übung. „Man muss sich darauf einlassen und es lernen wollen. Ärgert euch nicht, wenn es nicht direkt beim ersten Mal klappt“, ermutigte Axel Föllinger zum Schluss. In diesem Sinne nehme ich mir vor, noch dieses Wochenende den ersten Schritt zu machen und überlege mir für den Abschluss-Gottesdienst am Jugendtag schon einmal meine Ankerpunkte-Liste.

Der Praxis-Test

Für den Gottesdienst entscheide ich mich für eine Körperliste und fange mit fünf Ankerpunkten an: (1) Füße, (2) Knie, (3) Hüfte, (4) Herz, (5) Ohren. Das Eingangslied hatte ich vorher übrigens nicht auf dem Schirm. In dem Liedtext wird die Bitte an Gott formuliert, dass er uns hilft, unsere Fähigkeiten und Talente in Gottes Sinn einzusetzen. So heißt es zum Beispiel „Nimm die Augen, dass sie klar sehn, was sein wird, ist und war.“ Ich freue mich sehr über diese Parallele und starte top motiviert in meinen ersten Mnemotechnik-Gottesdienst.

  • Erster Impuls: Zu Beginn des Gottesdienstes geht der Stammapostel auf die doppelte Perspektive des IJT-Mottos ein. „Here I am“. Ich bin hier. Aber auch Gott ist hier. Das passt für mich zu meinem ersten Ankerpunkt – den Füßen. Ich verbinde „Here I am“ damit, dass man präsent ist, einen Standpunkt einnimmt und auf den eigenen Füßen steht. 
  • Zweiter Impuls: Als christliche Gemeinschaft möchten wir die Liebe teilen, die Gott jedem einzelnen Menschen geschenkt hat. Mit der Liebe Gottes verbinde ich ein Bild von Händen, die mich immer auffangen. Und hefte dieses Bild an meinen zweiten Ankerpunkt – die Knie.
  • Dritter Impuls: Jetzt wird es konkret. Was bedeutet es, die Liebe Gottes zu teilen und weiterzugeben? Wie hat es Jesus vorgemacht? Er hat jeden Menschen akzeptiert, nicht in Kategorien wie arm oder reich, jung oder alt, krank oder gesund eingeteilt. Vor mir taucht das Bild von Schubladen auf, in die man Menschen gerne steckt. Die Schubladen hefte ich an die Hosentaschen meines dritten Ankerpunkts – die Hüfte.
  • Vierter Impuls: Wenn wir die Liebe Gottes weitergeben, bedeutet das auch, dass wir Freude und Leid miteinander teilen, einander beistehen, füreinander beten. In diesem Fall stimmt meine Assoziation wieder mit meinem nächsten Ankerpunkt überein – dem Herz.
  • Fünfter Impuls: Füreinander beten, unserem Nächsten in Gedanken beistehen ist gut. Aber die Liebe Gottes teilen und weitergeben braucht Aktion. Ins Handeln kommen, tätig werden, anpacken. In meinem Kopf tauchen verschiedene Bilder von körperlicher Arbeit auf. Blumen pflanzen, einen Schrank aufbauen, einen Koffer tragen. Ich weiche etwas vom Konzept ab und schaffe mir spontan einen neuen Ankerpunkt – die Hände.
  • Sechster Impuls: Der Stammapostel erinnert die große IJT-Gemeinde daran, die Gemeinschaft zu suchen. Miteinander zu sprechen, in den Austausch zu gehen – nicht nur digital, sondern auch im realen Leben, face-to-face. Dieser Impuls passt für mich zu einem weiteren Anker, den ich mir spontan schaffe, dem Mund.
  • Siebter Impuls: Die Liebe Gottes weiterzugeben und zu teilen, ist eine Aufgabe, die alle christlichen Kirchen miteinander verbindet. Vor mir taucht das Bild einer Vision auf, die in unserem Gehirn entsteht – ich verbinde diesen Impuls mit dem Anker Kopf.
  • Achter Impuls: In seinem Predigtbeitrag erinnert Bezirksapostel Michael Deppner an ein weiteres Merkmal, wie Jesus seine Liebe geteilt hat. Er verweist darauf, dass Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat und diesen Dienst allen zuteilwerden ließ – auch Judas, dem Jünger, der ihn später verraten würde. Jesus wusste das und trotzdem wusch er Judas die Füße. Jesus sieht weiter, so der Impuls aus der Predigt. Er wusste bereits, dass sich sein Jünger das Leben nehmen würde und Heil braucht. Weitersehen, die Perspektive wechseln – diesen Impuls verbinde ich mit einem weiteren Anker, den Augen.

Mein Fazit: Ausprobieren lohnt sich! Im Abschluss-Gottesdienst des IJT habe ich mir keine einzige Notiz gemacht, obwohl ich einen Artikel über meinen Selbstversuch schreiben sollte. Aus redaktioneller Sicht ein No-Go oder zumindest ziemlich gewagt. Zumal ich mir sonst wirklich alles aufschreibe, was ich gerne festhalten möchte – die Notes-Datei in meinem Smartphone ist ewig lang. Diesen Artikel über meinen Selbstversuch habe ich nur aus dem Gedächtnis geschrieben. Und das ist ein ziemlich cooles Gefühl! 

Oliver Preß

7. Juni 2019
Text: R. K.
Fotos: Oliver Preß

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